Unter dem Begriff "Elektro-Stimulation" sind Grundlegend 2 verschiedenen Arten der Eletkrostimulation zusammengefasst. Das heisst also die Stimulation mit elektrischem Strom, wobei man im wesentlichen zwei Arten unterscheidet:
Was ist jetzt aber der Unterschied zwischen diesen beiden Behandlungs- und Gerätearten?
Ganz grob könnte man sagen, dass TENS zumeist in der Schmerztherapie eingesetzt wird oder aber bei Inkontinenz (also Schwäche des Schliessmuskels, sowohl im vaginalen als auch im analen Bereich), EMS-Geräte finden vor allem im Bereich des Muskelaufbaus Verwendung - zum "Bodyshapen", also zum Körperformen - Muskeln per Strom statt mit Training (ist aber auch im medizinischen Bereich vertreten, wenn Muskeln gestärkt und trainiert werden sollen).
TENS ist eine mittlerweile anerkannte und in ihrer Wirkung wissenschaftlich belegte Art der Schmerzlinderung und Problembehandlung, bei der bestimmte Stellen des Körpers gezielt elektrisch gereizt werden. Durch diesen elektrischen Reiz der TENS-Behandlung werden schmerzunterdrückte Abläufe im Zentralnervensystem aktiviert, die die Weiterleitung der Schmerzimpulse zum Bewusstsein hemmen.
Man kann bei einem TENS-Gerät zwei Faktoren regeln:
- die Frequenz
- die Stärke
Die Frequenz ist der Takt, in dem die Stromimpulse an den Körper weitergeschickt werden. Bei niedriger Frequenz spürt man ein Pochen, je nachdem, welches Gerät man hat und wie weit man die Frequenz nach unten regeln kann, können die Abstände zwischen den einzelnen Impulsen einige Sekunden dauern.
Stellt man die Frequenz höher, wird das Pochen immer weniger als eigener Reiz empfunden, bis man es nur mehr als eine Art Vibration warhnimmt, ohne die einzelnen Imulse herausfühlen zu können.
Mit der Stärke regelt man, wie heftig man die Stromimpulse empfindet - wobei eine niedrige Frequenz mit hoher Intensität dazu führt, dass sich die jeweiligen Muskeln sozusagen "selbständig" machen - es kommt zu Muskelzuckungen, die sich natürlich ganz nach der gewählten Intensität richten.
Diese Muskelzuckungen aktivieren die körpereignen Schmerzkontrollsysteme im Gehirn, es werden körpereigene Stoffe (z.B.Endorphine) verstärkt freigesetzt, die vorhandene Schmerzen unterdrücken und im ganzen Körper eine verbesserte Durchblutung bewirken.
TENS wird z.B. bei Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat angewendet, bei Phantomschmerzen (nach Amputationen),Krebs- oder krebsbegleitenden Schmerzen, jeder Art von Nervenschmerzen sowie auch bei Inkontinenz bzw. allgemein zum Training des Beckenbodens.
2.) EMS = elektrische Muskelstimulation
Der wesentlichste Unterschied von EMS zu TENS ist für den Anwender vom ersten Ansehen eines Gerätes an offensichtlich: hat man beim TENS-Gerät die Möglichkeit, Frequenz und Intensität zu regeln, bietet das EMS-Gerät noch andere Möglichkeiten - nämlich
- die Modulation
Das heisst nichts anderes, als dass man bei EMS nicht nur die gewünschte Frequenz und Stärke der Stromimpulse einstellen kann, sondern auch die Abstände zwischen den einzelnen Impulsen, also deren Häufigkeit/Zeiteinheit und auch die Art - ob der Impuls langsam anschwellen und wieder genauso langsam abflachen, oder eben sofort mit der ganzen gewählten Stärke einsetzen soll.
EMS ist vor allem für den Muskelaufbau wichtig, für die Schmerztherapie an sich allerdings nicht geeignet.
Elektroden
Nachdem die wichtigsten ESTIM-Varianten einmal bekannt sind, stellt sich natürlich die Frage: wie kommt der Strom dorthin, wo man ihn haben will? Als erstes wären dabei die
- Pads zu nennen - das sind Elektroden, entweder selbstklebend oder mit einem Haftgel auf der Haut anzubringen, die in verschiedenen Formen und Grössen angeboten werden. Bei selbstklebenden Pads ist das Haftgel bereits vorhanden, man muss sie nur noch auf die - am besten kurz zuvor gereinigte, möglichst fettfreie (und natürlich frei von div. Cremes, Lotions etc.) Haut anbringen. Diese selbtsklebenden Pads müssen nach Gebrauch wieder auf die Folie aufgeklebt werden, man verwahrt sie am besten im Kühlschrank, um ihre Lebensdauer zu verlängern (bei richtigem Umgang sollten sie schon ca. 30-50 Anwendungen problemlos funktionieren!).
Weiters gibt es, den Anforderungen entsprechend, verschiedene Vaginal- und Analelektroden - je nach medizinischer Erforderung z.B. welche, die den Beckenboden trainieren, die Inkontinenz vorbeugen/heilen, also in die Scheide eingeführt werden), Elektroden, die man in den After einführt (z.B. bei Prostatabehandlungen), div. Dildos, etc.pp.
Die Palette ist sehr breit gefächert - und es ist sicher für jeden Anspruch das Richtige dabei.
Sicherheit
Ganz wichtig bei ESTIM ist, dass man gewisse Grundsätze beachtet - und diese sollten in Fleisch und Blut übergehen - denn: Strom kann helfen, Strom kann viel Spass machen - aber Strom kann auch absolut gefährlich sein!!!!
Die erste Grundregel: NIEMALS Strom aus der Steckdose!!!!!! So gut kann kein einziges Gerät abgesichert sein, dass nicht doch irgendetwas schiefgehen könnte - und wer steckt schon gern die Finger in die Steckdose? Die meisten ESTIM-Geräte funktionieren mit 9-Volt-Blockbatterien, weniger wird wahrscheinlich nicht zielführend sein, MEHR IST ALS ABSOLUT TÖDLICHE GEFAHR ZU SEHEN!!!
NIEMALS eventuell vorhandene Risikofaktoren ausser acht lassen - ESTIM ist auf KEINEN Fall etwas für Menschen mit:
- Herzschrittmachern oder vergleichbarem (implantierten Defibrillatoren...)
- el.gesteuerten Medizinpumpen (Insulin, etc.pp.)
- Herzproblemen
- Epilepsie
- Schwangere (bitte auf JEDEN Fall vorher mit dem Arzt abklären!!!)
Weiters darf ESTIM NIEMALS im Wasser, an oder mit Personen, die sich ganz oder teilweise im Wasser befinden, angewendet werden!
NIEMALS zu nahe an Geerdetes kommen: also Steh- oder andere Lampen, Heizkkörper, etc.pp.!!!!
Am besten ausschliesslich unter der Gürtellinie verwenden - wenn es schon im Brustbereich sein soll/muss: NIEMALS den Strom von einer Körperseite zur anderen führen!!! Wenn, dann jeweils einen Kanal für eine Seite verwenden - also Plus/Minus links mit einem Kabel zum Gerät, Plus/Minus rechts mit dem zweiten Kabel zum Gerät. Einschlägige Pornofilme, die eine andere Handhabung vorgaukeln, sind LEBENSGEFÄHRLICH!!! (Und beinhalten die Garantie, dass diese Geräte mit Sicherheit NICHT eingeschalten sind!!)
Die maximale Nutzungsdauer sollte 15 Minuten nicht überschreiten
ESTIM ist absolut abzulehnen, wenn man unter Einfluss von Alkohol, Drogen, Schmerzmitteln oder anderen, das Bewusstsein beinträchtigenden Substanzen steht - ein klarer Kopf ist Voraussetzung!
Kein Geld sparen wollen und zweifelhafte Geräte selbst basteln, die man dann vielleicht noch an die Steckdose anschliesst - z.B. Umbau von Stereoanlagen, aber auch keine geeigneten Geräte auf anscheinende Bedürfnisse umbauen, etc.pp. - geprüfte, für den medizinischen Gebrauch geeignete Geräte sind absolut bezahlbar - davon kann sich jeder selbst überzeugen:
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